Ausritte durch die Insel
Zahlreiche Fincas und Reitställe bieten Ausritte für alle Niveaus – vom gemütlichen Spazierritt bis zur mehrstündigen Tour. Manche Höfe haben auch Ponyreiten für Kinder.
Wo am besten?
📍 Inselmitte
Fincas mit Ausritten übers Land.
📍 Norden (Pollença)
Touren durch Wälder und Felder.
📍 Osten
Reiterhöfe nahe der Küste.
💡 Insider-Tipp
Frühmorgendliche oder abendliche Ausritte sind im Sommer am angenehmsten – frag gezielt nach Strandritten, die nur zu bestimmten Zeiten erlaubt sind.
Reiten auf Mallorca: Überblick und Besonderheiten
Mallorca hat eine lange Tradition als Pferdeinsel. Schon lange bevor der Tourismus die Insel prägte, waren Pferde unverzichtbare Arbeitstiere auf den Fincas der Inselmitte – der Ebene Es Pla – und in den Bergregionen der Serra de Tramuntana. Heute verbinden die Reiterhöfe diese Tradition mit modernen Freizeitangeboten und ermöglichen Urlaubern ein authentisches Erlebnis abseits der bekannten Touristenpfade.
Das Besondere am Reiten auf Mallorca ist die Vielfalt der Landschaften, die sich auf vergleichsweise engem Raum erschließen lassen. Innerhalb weniger Kilometer wechseln sich Mandelplantagen, Oliventerrassen, Kiefernwälder und Küstenabschnitte ab. Geführte Ausritte dauern in der Regel zwischen einer und drei Stunden, es gibt aber auch Ganztagestouren für erfahrene Reiterinnen und Reiter, die tiefer ins Inselinnere vordringen möchten. Besonders beliebt sind Sonnenuntergangsritte, bei denen das goldene Licht der mallorquinischen Abenddämmerung die Landschaft in ein unvergessliches Panorama taucht.
Der Cavall Mallorquí – die Pferderasse der Insel
Wer sich für Pferdekultur interessiert, sollte den Cavall Mallorquí kennen. Diese schwarze Landrasse ist seit Jahrhunderten auf der Insel heimisch und gilt als robustes, trittsicheres Tier, das ideal für das hügelige Gelände Mallorcas geeignet ist. Der Cavall Mallorquí ist eng mit dem Menorquiner verwandt, einer weiteren Balearen-Rasse, die vor allem auf der Nachbarinsel gezüchtet wird. Auf lokalen Fiestas und Dorffesten – besonders in Pollença, Sineu oder Felanitx – ist die traditionelle Doma Mallorquina zu erleben: eine kunstvolle Reitdisziplin, bei der Pferde und Reiterinnen in einem fein abgestimmten Zusammenspiel Figuren und Gangarten vorführen. Wer zufällig während eines Dorffestes auf der Insel ist, sollte sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen.
Angebote im Überblick
- Geführte Ausritte für Anfänger und Fortgeschrittene (1 bis 3 Stunden)
- Tagestouren durch das Inselinnere
- Sonnenuntergangsritte mit Panoramablick
- Strandritte (an ausgewählten Stränden und zu bestimmten Zeiten)
- Reitunterricht und Einzel-Lektionen auf dem Reiterhof
- Ponyreiten für Kinder ab etwa 3 Jahren
- Mehrtägige Reiterferien auf Finca-Höfen
Die besten Regionen zum Reiten auf Mallorca
Reiterhöfe finden sich über die gesamte Insel verteilt, doch einige Regionen haben sich als besonders attraktive Reit-Destinationen etabliert. Die Wahl der Region hängt davon ab, welche Landschaft bevorzugt wird – offene Ebenen, bewaldete Hügel oder Küstennähe.
Nordosten: Cala Ratjada und Capdepera
Der Nordosten Mallorcas gehört zu den aktivsten Reitregionen der Insel. Entlang der Straße zur Cala Agulla, einem der schönsten Naturstrände Mallorcas, haben sich mehrere Reitschulen und Ranchos etabliert. Die Landschaft hier wechselt zwischen Kiefernwäldern, Heideflächen und Küstenpfaden. Ausritte führen häufig durch den Pinienwald bis an den Rand der Dünen – ein Erlebnis, das Naturliebhaber begeistert. Die Nähe zu Cala Ratjada, einem lebhaften Ferienort mit guter Infrastruktur, macht diese Region auch logistisch attraktiv.
Norden: Pollença und Alcúdia
Die Region rund um Pollença und Alcúdia im Norden der Insel bietet eine beeindruckende Kulisse aus Feldern, Mandelbaumhainen und dem Ausläufer der Serra de Tramuntana. Reiterhöfe in dieser Gegend bieten Touren durch Wälder und Felder, teils mit Blick auf die Bucht von Pollença oder die Bucht von Alcúdia. Die Umgebung des Naturschutzgebiets S'Albufera – Mallorcas größtem Feuchtgebiet – eröffnet zusätzlich die Möglichkeit, auf naturnahen Wegen zu reiten und dabei eine außergewöhnliche Vogelwelt zu beobachten. Pollença selbst ist eine der schönsten Altstädte der Insel und lohnt nach dem Ausritt einen Besuch.
Inselmitte: Es Pla – die Ebene der Fincas
Das Herz Mallorcas, die flache Ebene Es Pla, ist das traditionelle Kernland der mallorquinischen Landwirtschaft und Pferdezucht. Hier befinden sich viele der großen Fincas, auf denen Pferde gezüchtet und Ausritte angeboten werden. Die Landschaft ist weitläufig und ruhig – Mandelplantagen, Johannisbrotbäume und Olivenhaine prägen das Bild. Orte wie Sineu, Llucmajor oder Santa Eugènia sind gute Ausgangspunkte. Wer die ursprüngliche, tourismusschwache Seite Mallorcas erleben möchte, ist hier richtig.
Osten: Küstennahe Reiterhöfe
Im Osten der Insel, zwischen Artà und Felanitx, liegen Reiterhöfe in unmittelbarer Küstennähe. Die Landschaft ist hügelig, mit Blick auf die türkisblaue Küste und die vorgelagerten Inseln. Ausritte führen durch Olivenhaine und Kiefernwälder, manchmal bis an Buchten, die nur zu Fuß oder zu Pferd erreichbar sind. Diese Abgeschiedenheit macht Ritte im Osten besonders romantisch.
Südwesten: Calvià und Andratx
Der Südwesten rund um Calvià und Andratx ist bekannt für seine dramatische Küstenlandschaft und die Ausläufer der Serra de Tramuntana. Reiterhöfe in dieser Region bieten Ausritte durch Pinienwald und Macchia mit teils spektakulärem Meerblick. Die Nähe zu Palma – etwa 25 bis 35 Kilometer – macht diese Region auch für Tagesausflüge aus der Hauptstadt attraktiv.
| Region | Landschaft | Besonderheit | Entfernung zu Palma (ca.) |
|---|---|---|---|
| Nordosten (Cala Ratjada) | Kiefernwald, Dünen, Küste | Reitschulen an der Cala-Agulla-Straße | ca. 80 km |
| Norden (Pollença/Alcúdia) | Felder, Wälder, Bucht | S'Albufera-Umgebung, Bergpanorama | ca. 55 km |
| Inselmitte (Es Pla) | Ebene, Mandelplantagen, Olivenhaine | Traditionelle Finca-Höfe, Pferdezucht | ca. 25–40 km |
| Osten (Artà/Felanitx) | Hügel, Küstennähe | Abgelegene Buchten, Naturpfade | ca. 60–70 km |
| Südwesten (Calvià/Andratx) | Pinienwald, Macchia, Meerblick | Nähe zu Palma, Tramuntana-Ausläufer | ca. 25–35 km |
Beste Reisezeit für Ausritte auf Mallorca
Reiten auf Mallorca ist ganzjährig möglich – das Klima der Insel erlaubt Ausritte in jedem Monat des Jahres. Dennoch gibt es deutliche Unterschiede in der Qualität des Erlebnisses je nach Jahreszeit.
Frühjahr und Herbst: Die ideale Reit-Saison
Die Monate März bis Mai und September bis November gelten als die besten Reisezeiten für Ausritte. Die Temperaturen liegen tagsüber angenehm zwischen 18 und 25 Grad Celsius, die Luft ist klar, und die Landschaft zeigt sich von ihrer schönsten Seite: Im Frühjahr blühen Mandeln und Wildblumen, im Herbst leuchten die Olivenhaine golden. Pferde und Reiterinnen sind bei diesen Temperaturen deutlich ausdauernder, und die Ausritte können länger und intensiver gestaltet werden.
Sommer: Früh oder spät reiten
Im Hochsommer (Juni bis August) klettern die Temperaturen tagsüber regelmäßig auf 32 bis 38 Grad Celsius. Ausritte in der Mittagshitze sind für Mensch und Tier anstrengend und werden von seriösen Reiterhöfen in dieser Zeit nicht angeboten. Stattdessen verlagern sich die Ausritte auf die frühen Morgenstunden – oft schon ab 8 oder 9 Uhr – oder auf den späten Nachmittag und Abend. Sonnenuntergangsritte sind im Sommer besonders beliebt und atmosphärisch: Das Licht ist warm, die Hitze lässt nach, und die Landschaft wirkt wie gemalt.
Winter: Ruhig und authentisch
Die Wintermonate Dezember bis Februar sind auf Mallorca mild – Temperaturen um 12 bis 16 Grad sind ideal für Ausritte. Die Insel ist ruhig, die Reiterhöfe weniger ausgebucht, und die Preise sind oft günstiger. Regentage gibt es zwar häufiger als im Sommer, aber auch im Winter sind viele Tage sonnig und klar. Wer Mallorca ohne Touristenmassen erleben möchte, ist im Winter auf dem Pferderücken gut aufgehoben.
| Monat | Temperatur (Ø) | Empfehlung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Januar/Februar | 12–15 °C | Gut | Ruhige Saison, Mandelblüte ab Feb. |
| März/April | 15–20 °C | Sehr gut | Frühlingsblüte, grüne Landschaft |
| Mai | 20–25 °C | Ausgezeichnet | Ideal vor der Hochsaison |
| Juni | 25–30 °C | Gut (morgens/abends) | Früh buchen, Hitze tagsüber |
| Juli/August | 30–38 °C | Nur morgens/abends | Hochsaison, Voranmeldung nötig |
| September/Oktober | 22–27 °C | Ausgezeichnet | Goldene Herbstfarben |
| November | 16–20 °C | Sehr gut | Ruhig, angenehme Temperaturen |
| Dezember | 12–16 °C | Gut | Günstigere Preise, wenig Betrieb |
Was erwartet einen beim Ausritt – Ablauf und Erlebnisse
Ein typischer Ausritt auf Mallorca beginnt auf dem Reiterhof mit einer kurzen Einweisung. Anfänger erhalten eine Einführung in die Grundlagen des Reitens – Sitz, Zügelhaltung, einfache Kommandos – bevor es losgeht. Erfahrene Reiterinnen und Reiter werden kurz nach ihrem Können eingeschätzt, damit das passende Pferd zugeteilt werden kann. Helme werden in der Regel vom Hof gestellt; wer einen eigenen hat, kann ihn natürlich mitbringen.
Typischer Ablauf eines Ausritts
- Ankunft auf dem Reiterhof, Begrüßung durch den Reitführer oder die Reitführerin
- Kurze Einweisung oder Einschätzung des Reitniveaus
- Zuteilung des Pferdes und Anpassen des Sattels und Helms
- Aufwärmphase auf dem Reiterhof oder in der Koppel
- Geführter Ausritt durch die Landschaft (Schritt, teils Trab oder Galopp je nach Niveau)
- Rast an einem schönen Aussichtspunkt oder am Strand
- Rückritt zum Hof, Absteigen und Verabschiedung der Pferde
Landschaften und Routen
Die Routen variieren je nach Reiterhof und Region erheblich. Küstennahe Höfe im Nordosten führen Ausritte durch Pinienwälder bis an die Dünen der Cala Agulla. Fincas im Inselinneren zeigen die weite Ebene mit Blick auf die Tramuntana-Berge. Im Norden rund um Pollença geht es durch Felder und Olivenhaine, manchmal mit Blick auf die Bucht. Besonders unvergesslich sind Ausritte, die an einem Strand enden – das Gefühl, mit dem Pferd direkt ans Meer zu reiten, ist schwer zu übertreffen.
Strandritte – ein besonderes Erlebnis
Strandritte gehören zu den begehrtesten Angeboten auf Mallorca. Allerdings sind Pferde nicht an allen Stränden und zu allen Zeiten erlaubt – viele Strände haben in der Hochsaison Betretungsverbote für Tiere oder beschränken den Zugang auf frühe Morgenstunden. Es lohnt sich, beim Reiterhof gezielt nach Strandritten zu fragen und diese frühzeitig zu buchen. Einige Höfe im Nordosten und Osten haben spezielle Genehmigungen und bieten Strandausritte zu festgelegten Zeiten an – oft in den frühen Morgenstunden, wenn der Strand noch menschenleer ist.
Ponyreiten für Kinder
Für die jüngsten Gäste bieten viele Reiterhöfe Ponyreiten an. Kinder können ab etwa drei Jahren auf einem Pony sitzen, das von einem Erwachsenen geführt wird. Ältere Kinder ab etwa sieben oder acht Jahren können oft schon an geführten Ausritten teilnehmen. Das Ponyreiten findet meist auf dem gesicherten Gelände des Reiterhofs statt und ist eine tolle Möglichkeit, Kindern die Welt der Pferde näherzubringen.
Praktische Tipps: Ausrüstung, Buchung und Sicherheit
Mit der richtigen Vorbereitung wird der Ausritt auf Mallorca zu einem reibungslosen und unvergesslichen Erlebnis. Einige grundlegende Punkte sollten vor dem ersten Ritt beachtet werden.
Kleidung und Ausrüstung
- Lange Hose: Unbedingt erforderlich, um Scheuerwunden durch den Sattel zu vermeiden. Reithosen sind ideal, aber auch normale lange Hosen aus festem Stoff funktionieren gut.
- Festes Schuhwerk: Geschlossene Schuhe mit einer kleinen Absatzkante sind Pflicht – Sandalen, Flip-Flops oder offene Schuhe sind beim Reiten gefährlich.
- Helm: Wird in der Regel vom Reiterhof gestellt. Wer häufiger reitet, sollte einen eigenen Helm mitbringen.
- Sonnenschutz: Im Sommer und Frühjahr ist Sonnencreme auf allen unbedeckten Hautpartien essenziell – auf dem Pferd gibt es keinen Schatten.
- Leichte Jacke: Für Morgenausritte kann es frisch sein, besonders im Frühjahr und Herbst.
- Keine losen Accessoires: Lange Schals, baumelnde Schmuckstücke oder weite Kleidung können beim Reiten hinderlich oder gefährlich werden.
Buchung und Voranmeldung
Eine Voranmeldung ist bei nahezu allen Reiterhöfen auf Mallorca erforderlich – spontane Ausritte ohne Reservierung sind selten möglich, besonders in der Hochsaison von Juni bis August. Viele Höfe bieten Online-Buchung an, andere bevorzugen eine telefonische Reservierung. Es empfiehlt sich, mindestens zwei bis drei Tage im Voraus zu buchen. Wer spezielle Wünsche hat – etwa einen Strandritt, einen Sonnenuntergangsritt oder einen Ausritt für Kinder – sollte dies bei der Buchung explizit erwähnen.
Sicherheitshinweise
- Immer die Anweisungen des Reitführers oder der Reitführerin befolgen.
- Keine plötzlichen lauten Geräusche oder ruckartigen Bewegungen, die das Pferd erschrecken könnten.
- Schwangere sollten auf Ausritte verzichten oder vorher ärztlichen Rat einholen.
- Bei Rückenproblemen oder Gelenkbeschwerden ebenfalls vorab ärztlich abklären.
- Kinder sollten nie unbeaufsichtigt in der Nähe von Pferden sein.
- Genug Wasser mitnehmen – besonders im Sommer.
Gewichtsbeschränkungen
Die meisten Reiterhöfe haben Gewichtsbeschränkungen für Reiterinnen und Reiter, die aus Tierschutzgründen eingehalten werden müssen. In der Regel liegt das Maximum bei etwa 90 bis 100 Kilogramm, je nach Pferd und Hof. Bei der Buchung empfiehlt es sich, dies vorab zu erfragen, um Enttäuschungen vor Ort zu vermeiden.
Kosten und Preise: Was kostet Reiten auf Mallorca?
Die Preise für Ausritte auf Mallorca variieren je nach Dauer, Anbieter, Region und Art des Ausritts. Als grobe Orientierung können folgende Richtwerte dienen – genaue Preise sollten immer direkt beim jeweiligen Reiterhof erfragt werden, da sie sich saisonal und jährlich ändern können.
| Angebot | Dauer | Preis (Orientierung) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Ponyreiten für Kinder | 15–30 Min. | etwa 10–20 Euro | Auf dem Hofgelände, geführt |
| Kurzausritt Anfänger | 1 Stunde | etwa 30–50 Euro | Geführt, Helm inklusive |
| Standardausritt | 2 Stunden | etwa 50–80 Euro | Für alle Niveaus |
| Strandritt / Sonnenuntergangsritt | 2–3 Stunden | etwa 60–100 Euro | Begrenzte Plätze, früh buchen |
| Halbtagesausritt | 3–4 Stunden | etwa 80–120 Euro | Für Fortgeschrittene |
| Tagesausritt | 6–8 Stunden | etwa 120–200 Euro | Inkl. Pause, oft Verpflegung |
| Reitstunde / Unterricht | 45–60 Min. | etwa 30–60 Euro | Auf dem Reiterhof |
Buchungen über Reiseportale oder Aktivitätenanbieter können manchmal günstiger sein als die Direktbuchung, bieten aber weniger Flexibilität. Wer mehrere Ausritte plant, lohnt es sich, nach Paketpreisen oder Mehrfachbuchungsrabatten zu fragen. Kinder zahlen in der Regel weniger als Erwachsene.
Was ist im Preis enthalten?
- Reithelm (in der Regel gestellt)
- Führung durch erfahrene Reitführerinnen oder Reitführer
- Das Pferd mit Sattel und Zaumzeug
- Bei längeren Touren oft eine Rast und manchmal Getränke oder ein kleiner Snack
- Grundlegende Einweisung für Anfänger
Für wen ist Reiten auf Mallorca geeignet?
Reiten auf Mallorca ist ein Erlebnis für ein breites Publikum – von Familien mit Kindern über Paare bis hin zu Alleinreisenden und Gruppen. Die Angebote sind so vielfältig, dass sich für nahezu jeden das passende Format findet.
Familien mit Kindern
Familien profitieren von der Kombination aus Ponyreiten für die Kleinen und geführten Ausritten für Erwachsene. Viele Reiterhöfe sind familienfreundlich ausgestattet und bieten Aktivitäten für verschiedene Altersgruppen gleichzeitig an. Kinder, die noch nie auf einem Pferd saßen, können auf dem sicheren Hofgelände erste Erfahrungen sammeln, während erfahrenere Familienmitglieder einen längeren Ausritt unternehmen.
Anfänger ohne Reiterfahrung
Keinerlei Vorkenntnisse sind nötig, um an einem geführten Ausritt teilzunehmen. Seriöse Reiterhöfe setzen Anfänger auf ruhige, erfahrene Pferde und geben eine kurze Einweisung vor dem Ritt. Der Ausritt findet im Schritt statt, was für Nicht-Reiterinnen und Nicht-Reiter gut zu bewältigen ist. Nach dem Ritt sind leichte Muskelschmerzen in den Oberschenkeln und im Gesäß normal – das legt sich nach ein bis zwei Tagen.
Erfahrene Reiterinnen und Reiter
Wer bereits Reiterfahrung mitbringt, kann auf Mallorca anspruchsvollere Touren buchen, die Trab- und Galopppassagen beinhalten. Tagestouren durch das Inselinnere oder entlang der Küste bieten erfahrenen Reiterinnen und Reitern ein echtes Geländeabenteuer. Einige Fincas bieten auch mehrtägige Reiterferien an, bei denen Unterkunft, Verpflegung und tägliche Ausritte kombiniert werden.
Paare und Romantiker
Sonnenuntergangsritte durch die mallorquinische Landschaft gehören zu den romantischsten Aktivitäten, die die Insel zu bieten hat. Viele Reiterhöfe bieten spezielle Angebote für Paare an, teils mit einem kleinen Picknick oder einem Glas lokalen Weins nach dem Ritt. Ein Strandritt in der Abenddämmerung ist ein Erlebnis, das lange in Erinnerung bleibt.
Naturliebhaber und Entdecker
Wer die Natur Mallorcas abseits der ausgetretenen Touristenpfade erleben möchte, findet auf dem Pferderücken einen idealen Zugang. Pferde können Wege begehen, die für Autos unzugänglich sind, und ermöglichen so das Entdecken von Landschaften, die zu Fuß schwer erreichbar wären. Besonders die Ausritte in der Umgebung von S'Albufera oder durch die Olivenhaine des Ostens sind für Naturfreunde ein Highlight.
Pferdekultur und Tradition auf Mallorca
Mallorca hat eine tief verwurzelte Pferdekultur, die weit über den Freizeitsport hinausgeht. Pferde spielten über Jahrhunderte eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft der Insel – als Zugtiere auf den Fincas, als Transportmittel auf den holprigen Feldwegen und als Statussymbol wohlhabender Familien. Diese Tradition lebt heute in verschiedenen Formen weiter.
Doma Mallorquina – traditionelle Reitkunst
Die Doma Mallorquina ist eine traditionelle Form der Reitkunst, die auf der Insel seit Generationen gepflegt wird. Bei Dorffeierlichkeiten und Fiestas – etwa beim Patronatsfest in Pollença, beim Markt in Sineu oder beim Fest in Felanitx – reiten Männer und Frauen in traditioneller Tracht auf schwarzen Cavalls Mallorquins und führen kunstvolle Figuren vor. Besonders beeindruckend ist das sogenannte Caragol, eine Spiralformation, bei der mehrere Pferde eng zusammen im Kreis reiten. Wer die Möglichkeit hat, eine solche Fiesta zu erleben, bekommt einen einzigartigen Einblick in die lebendige Volkskultur der Insel.
Pferdemärkte und -shows
In Sineu findet jeden Mittwoch einer der ältesten Märkte Mallorcas statt – traditionell wurden hier auch Tiere gehandelt, darunter Pferde. Wer tiefer in die Pferdekultur der Insel eintauchen möchte, kann außerdem Reitshows und Vorführungen besuchen, die manche Fincas für Gruppen organisieren. Diese Veranstaltungen kombinieren Unterhaltung mit echtem kulturellen Gehalt.
Das Pferd ist auf Mallorca kein bloßes Freizeittier – es ist ein Teil der Seele der Insel, tief verwurzelt in Jahrhunderten bäuerlicher Tradition und gelebter Volkskultur.
Der Cavall Mallorquí heute
Der Cavall Mallorquí wird heute von engagierten Züchterinnen und Züchtern auf der Insel bewahrt und gefördert. Die Rasse ist im Rasseregister eingetragen und genießt Schutz als kulturelles Erbe der Balearen. Viele Reiterhöfe, die Ausritte anbieten, halten auch Cavalls Mallorquins und ermöglichen so einen direkten Kontakt mit dieser besonderen Rasse. Wer auf einem Cavall Mallorquí reitet, reitet auf einem Stück Inselgeschichte.
Ausritte kombinieren: Rund um den Reiterhof entdecken
Ein Ausritt lässt sich wunderbar mit anderen Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in der jeweiligen Region verbinden. Mallorca bietet in jeder Ecke der Insel Ergänzungen, die einen Tagesausflug komplett machen.
Nordosten: Nach dem Ritt an die Cala Agulla
Wer im Nordosten reitet, kann den Tag mit einem Besuch der Cala Agulla abrunden – einem der schönsten Naturstrände Mallorcas mit feinem weißen Sand und klarem Wasser. Das mittelalterliche Kastell von Capdepera, nur wenige Kilometer entfernt, bietet einen herrlichen Panoramablick über die Küste. In Cala Ratjada selbst gibt es eine lebhafte Hafenpromenade mit Restaurants und Cafés.
Norden: Pollença und die Tramuntana
Nach einem Ausritt in der Pollença-Region lohnt ein Besuch der Altstadt von Pollença mit ihrer berühmten Treppe des Calvari – 365 Stufen hinauf zu einer kleinen Kapelle mit Blick über die Ebene. Das Kloster Lluc, etwa 20 Kilometer südwestlich von Pollença, ist eines der wichtigsten Wallfahrtsorte der Insel und liegt inmitten der Tramuntana-Berglandschaft. Alcúdia mit seiner gut erhaltenen Stadtmauer ist ebenfalls einen Abstecher wert.
Inselmitte: Märkte und Fincas
Die Inselmitte bietet neben dem Reiten die Möglichkeit, authentische mallorquinische Dörfer zu erkunden. Der Wochenmarkt in Sineu (mittwochs) ist einer der traditionsreichsten der Insel. Llucmajor, Santa Eugènia und Algaida sind beschauliche Dörfer mit lokalen Restaurants, in denen man mallorquinische Küche in ihrer ursprünglichsten Form genießen kann – Tumbet, Frito Mallorquí oder Sobrassada vom Holzofen.
Osten: Buchten und Höhlen
Im Osten der Insel liegen einige der spektakulärsten Naturattraktionen Mallorcas. Die Coves del Drach bei Porto Cristo sind mit ihrem unterirdischen See ein Weltwunder der Natur. Die Coves d'Artà nahe Capdepera beeindrucken mit dramatischen Stalaktiten und Stalagmiten. Die Buchten der Ostküste – Cala Mondragó, Cala Figuera oder Cala Santanyí – sind ideal für einen Badestopp nach dem Ausritt.
Gastronomie nach dem Ausritt: Mallorquinische Küche genießen
Nach einem ausgiebigen Ausritt durch die mallorquinische Landschaft ist der Hunger groß – und die Insel bietet eine reiche, bodenständige Küche, die perfekt zur ländlichen Atmosphäre der Reiterhöfe passt.
Typische Gerichte der mallorquinischen Küche
- Pa amb oli: Das mallorquinische Nationalgericht – geröstetes Brot mit Olivenöl und Tomate, oft belegt mit Sobrassada (Paprikawurst) oder Käse.
- Tumbet: Ein Auflauf aus Auberginen, Zucchini, Kartoffeln und Tomaten – vegetarisch und herzhaft.
- Frito Mallorquí: Ein kräftiges Pfannengericht mit Innereien, Paprika und Kartoffeln.
- Arròs brut: Ein rustikaler Reiseintopf mit Fleisch und Gemüse – typisch für die Inselmitte.
- Ensaïmada: Das süße Hefegebäck der Insel – ideal als Frühstück vor dem Morgenausritt.
- Hermi: Lokale Balearen-Weine, die gut zu einem Abendessen nach dem Ritt passen.
Restaurants in der Nähe der Reitregionen
In der Inselmitte bieten viele Fincas und Landrestaurants authentische mallorquinische Küche an – oft mit Produkten aus eigenem Anbau. In Sineu, Algaida oder Llucmajor finden sich Restaurants, die seit Generationen in Familienhand sind und traditionelle Rezepte pflegen. Im Norden rund um Pollença gibt es eine breitere gastronomische Auswahl, von einfachen Tapas-Bars bis hin zu gehobenen Restaurants mit Blick auf die Bucht. Im Nordosten bei Cala Ratjada laden Fischrestaurants am Hafen zum Abschluss eines aktiven Tages ein.
Picknick auf dem Pferderücken
Einige Reiterhöfe bieten bei längeren Touren ein Picknick unterwegs an – oft mit lokalen Produkten wie Käse, Wurst, Oliven und frischem Brot. Wer selbst ein Picknick zusammenstellen möchte, findet auf den Wochenmärkten der Insel alles, was das Herz begehrt. Die Märkte in Pollença (sonntags), Alcúdia (dienstags und sonntags) oder Sineu (mittwochs) sind ideal für den Einkauf frischer Produkte.
Häufige Fehler beim Reiten auf Mallorca – und wie man sie vermeidet
Auch wenn Reiten auf Mallorca grundsätzlich unkompliziert ist, gibt es einige typische Fehler, die das Erlebnis trüben können. Mit der richtigen Vorbereitung lassen sie sich leicht vermeiden.
Zu spät buchen
Besonders in der Hochsaison (Juli und August) sind beliebte Ausritte – vor allem Strandritte und Sonnenuntergangsritte – oft Wochen im Voraus ausgebucht. Wer spontan buchen möchte, riskiert, keinen Platz mehr zu bekommen. Frühzeitige Reservierung ist der wichtigste Tipp für einen stressfreien Ausritt.
Falsche Kleidung
Sandalen, Shorts oder weite Kleidung sind beim Reiten ungeeignet und können zu Scheuerwunden oder im schlimmsten Fall zu Unfällen führen. Lange Hosen und feste Schuhe sind keine Empfehlung, sondern eine Sicherheitsnotwendigkeit. Viele Reiterhöfe lassen Gäste ohne geeignetes Schuhwerk nicht aufsteigen.
Ausritt in der Mittagshitze buchen
Im Sommer sind Ausritte zwischen 11 und 17 Uhr für Mensch und Tier eine Belastung. Seriöse Reiterhöfe bieten in dieser Zeit keine Ausritte an – wer ein Angebot findet, das Mittagsausritte im Hochsommer verspricht, sollte skeptisch sein. Morgen- oder Abendausritte sind die bessere Wahl.
Angaben zum Reitniveau übertreiben
Wer sein Reitniveau überschätzt oder aus falschem Ehrgeiz als erfahren angibt, obwohl kaum Erfahrung vorhanden ist, gefährdet sich selbst und die Gruppe. Die Reitführerinnen und Reitführer sind erfahren genug, um das tatsächliche Niveau schnell einzuschätzen – ehrliche Angaben bei der Buchung führen zu einem sichereren und angenehmeren Erlebnis für alle.
Kein Wasser mitnehmen
Besonders im Sommer und Frühjahr kann ein zweistündiger Ausritt sehr anstrengend sein. Ausreichend Wasser mitzunehmen ist essenziell – viele Reiterhöfe empfehlen, eine eigene Flasche Wasser in einer kleinen Umhängetasche oder einem Rucksack mitzubringen.
Häufige Fragen
Wo kann man auf Mallorca reiten? +
Reiterhöfe und Ranchos verteilen sich über die gesamte Insel. Besonders viele Angebote gibt es im Nordosten rund um Cala Ratjada und Capdepera, im Norden bei Pollença und Alcúdia, in der Inselmitte (Es Pla) sowie im Osten und Südwesten. Jede Region bietet eine andere Landschaft – von Pinienwäldern über Olivenhaine bis hin zu Küstenpfaden.
Kann man auf Mallorca auch als Anfänger reiten? +
Ja, Reiten auf Mallorca ist ausdrücklich für alle Niveaus geeignet. Anfänger erhalten vor dem Ausritt eine kurze Einweisung und reiten auf ruhigen, erfahrenen Pferden. Geführte Ausritte finden im Schritt statt, sodass auch Menschen ohne jegliche Reiterfahrung sicher teilnehmen können. Wichtig ist, das eigene Niveau bei der Buchung ehrlich anzugeben.
Gibt es Strandritte auf Mallorca? +
Ja, Strandritte werden von einigen Reiterhöfen angeboten, vor allem im Nordosten und Osten der Insel. Allerdings sind Pferde nicht an allen Stränden erlaubt – viele Strände haben saisonale Betretungsverbote. Strandritte finden oft in den frühen Morgenstunden statt. Gezielt beim Reiterhof nach diesem Angebot fragen und frühzeitig buchen.
Wann ist die beste Zeit zum Reiten auf Mallorca? +
Die besten Monate sind März bis Mai und September bis November, wenn die Temperaturen angenehm sind und die Landschaft besonders schön ist. Im Sommer empfehlen sich nur Morgen- oder Abendausritte wegen der Hitze. Im Winter ist Reiten ebenfalls möglich – die Insel ist ruhig, und die milden Temperaturen um 12 bis 16 Grad sind ideal für Ausritte.
Was soll man beim Reiten auf Mallorca anziehen? +
Unbedingt eine lange Hose tragen, um Scheuerwunden zu vermeiden. Festes Schuhwerk mit einer kleinen Absatzkante ist Pflicht – Sandalen oder Flip-Flops sind nicht erlaubt. Ein Helm wird vom Reiterhof gestellt. Im Sommer zusätzlich Sonnencreme auftragen. Im Frühjahr und Herbst eine leichte Jacke für die Morgenausritte einpacken.
Gibt es eine eigene mallorquinische Pferderasse? +
Ja, der Cavall Mallorquí ist eine schwarze Landrasse, die seit Jahrhunderten auf der Insel heimisch ist. Das Pferd ist robust, trittsicher und gut an das Gelände der Insel angepasst. Bei Dorffeierlichkeiten und Fiestas ist die traditionelle Doma Mallorquina zu erleben – eine kunstvolle Reitdisziplin, bei der Cavalls Mallorquins in Formationen vorgeführt werden.
Können Kinder auf Mallorca reiten? +
Ja, viele Reiterhöfe bieten Ponyreiten für Kinder ab etwa drei Jahren an. Ältere Kinder ab sieben oder acht Jahren können oft an geführten Ausritten teilnehmen. Das Ponyreiten findet auf dem gesicherten Hofgelände statt und wird von Erwachsenen begleitet. Es empfiehlt sich, bei der Buchung das Alter der Kinder anzugeben, damit der Hof das passende Angebot vorbereiten kann.
Wie viel kostet ein Ausritt auf Mallorca? +
Die Preise variieren je nach Dauer und Anbieter. Als Orientierung: Ein einstündiger Anfängerausritt kostet etwa 30 bis 50 Euro, ein zweistündiger Standardausritt etwa 50 bis 80 Euro. Strandritte und Sonnenuntergangsritte liegen bei etwa 60 bis 100 Euro. Ponyreiten für Kinder ist ab etwa 10 bis 20 Euro erhältlich. Tagestouren können bis zu 200 Euro kosten.