Höhlen über dem Meer
Die Höhlen waren schon Jules Verne eine Inspiration. Eine der Säulen, „La Reina de les Columnes“, ragt 22 Meter auf. Die dramatische Beleuchtung setzt die riesigen Hallen eindrucksvoll in Szene.
💡 Insider-Tipp
Die Coves d'Artà sind meist deutlich ruhiger als die Drachenhöhlen, dabei mit ihren riesigen Hallen mindestens so beeindruckend.
Was sind die Coves d'Artà – Überblick und Lage
Die Coves d'Artà sind ein ausgedehntes Höhlensystem im Nordosten Mallorcas, das sich tief in die Kalksteinfelsen der Küstenklippen bei Canyamel erstreckt. Administrativ gehören sie zur Gemeinde Capdepera, etwa 70 Kilometer von Palma entfernt – mit dem Auto rund eine Stunde Fahrtzeit. Der Name bezieht sich auf die nahegelegene Stadt Artà, obwohl die Höhlen geographisch näher an Canyamel liegen.
Was diese Höhlen so besonders macht, ist die Kombination aus dramatischer Küstenlage und der schieren Größe ihrer unterirdischen Räume. Der Eingang liegt hoch über dem Meeresspiegel, eingebettet in eine senkrechte Felswand, und bietet bereits vor dem Betreten der Höhle einen spektakulären Panoramablick über die Bucht von Canyamel. Im Inneren entfaltet sich dann ein System aus mehreren gewaltigen Sälen, deren Ausmaße selbst erfahrene Höhlenbesucher in Staunen versetzen.
Entstehung und geologische Bedeutung
Wie viele Höhlen Mallorcas entstanden die Coves d'Artà durch die jahrmillionenlange Einwirkung von Regenwasser auf den Kalkstein des Gebirges. Schwach saures Wasser löste den Fels langsam auf und schuf zunächst unterirdische Hohlräume, die sich mit der Zeit zu riesigen Kammern ausweiteten. Die Tropfsteine – sowohl die von der Decke hängenden Stalaktiten als auch die vom Boden aufwachsenden Stalagmiten – bildeten sich über Hunderttausende von Jahren, Schicht für Schicht, durch mineralreiches Sickerwasser. Besonders beeindruckend ist die Reina de las Columnas, die Königin der Säulen: Ein einzelner Stalagmit, der sich auf etwa 22 Meter Höhe aufgetürmt hat und zu den größten seiner Art auf der gesamten Insel zählt.
Geschichte: Piraten, Schmuggler und ein berühmter Schriftsteller
Die Coves d'Artà blicken auf eine bewegte Geschichte zurück, die weit über ihre geologische Entstehung hinausgeht. Über Jahrhunderte hinweg dienten die schwer zugänglichen Höhlen als Versteck für Piraten und Schmuggler, die die abgelegene Küstenlage zu schätzen wussten. Lokale Legenden ranken sich bis heute um verborgene Schätze und geheimnisvolle Treffen in den dunklen Kammern. Weltliterarische Bedeutung erlangte die Höhle durch den französischen Schriftsteller Jules Verne, der sie nach einem Besuch im 19. Jahrhundert als Inspiration für sein Werk Reise zum Mittelpunkt der Erde nutzte – ein Umstand, der dem Ort eine zusätzliche romantische Aura verleiht.
Wissenschaftlich erschlossen und für Besucher zugänglich gemacht wurden die Höhlen erst im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Seitdem gehören sie zu den meistbesuchten Naturattraktionen Mallorcas, ohne jedoch den Massentourismus der bekanntesten Konkurrenz auf der Insel zu erreichen – was sie für viele Reisende gerade so attraktiv macht.
Der Rundgang durch die Höhle – Was erwartet einen im Inneren
Besuche der Coves d'Artà finden ausschließlich im Rahmen geführter Touren statt. Die Führungen dauern etwa 40 Minuten und starten in der Regel alle 30 Minuten. Guides stehen in mehreren Sprachen zur Verfügung, darunter Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch – ein klarer Vorteil für deutschsprachige Reisende, die die Erläuterungen in ihrer Muttersprache genießen möchten.
Der Weg durch die Höhle führt über eine gut ausgebaute, beleuchtete Route, die sich durch mehrere aufeinanderfolgende Säle schlängelt. Allerdings sind zahlreiche Treppenstufen zu bewältigen – wer Schwierigkeiten mit dem Gehen hat oder auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sollte dies vorab berücksichtigen. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, da manche Abschnitte feucht und rutschig sein können.
Die wichtigsten Säle im Überblick
- Eingangshalle: Schon der erste Saal ist von beeindruckender Größe – sein Volumen wird gerne mit dem Mittelschiff der Kathedrale La Seu in Palma verglichen. Das einfallende Tageslicht aus dem Eingang taucht die Felsformationen in ein dramatisches Spiel aus Licht und Schatten.
- Saal Infierno (Hölle): Einer der stimmungsvollsten Räume der gesamten Tour. Hier inszeniert eine aufwendige Licht- und Musikshow die Tropfsteinformationen auf theatralische Weise und lässt die Fantasie der Besucher auf Hochtouren laufen.
- Sala de la Reina de las Columnas (Königinnensaal): Der absolute Höhepunkt des Rundgangs. Der namensgebende Stalagmit ragt rund 22 Meter in die Höhe und ist eine der beeindruckendsten Einzelformationen in einer europäischen Schauhöhle.
- Weitere Kammern: Der Weg führt durch mehrere weitere Säle mit unterschiedlichen Formationen – von zarten, hauchfeinen Stalaktiten bis hin zu massiven, jahrtausendealten Säulen, die Decke und Boden miteinander verbinden.
Temperatur und Atmosphäre
Im Inneren der Coves d'Artà herrscht das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von etwa 18 Grad Celsius. Das ist angenehm kühl – an heißen Sommertagen geradezu erfrischend – kann aber nach einer Weile auch frösteln lassen. Ein leichter Pullover oder eine dünne Jacke im Rucksack ist daher keine schlechte Idee, besonders für Kinder oder Personen, die kälteempfindlich sind. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, was die Atmosphäre zusätzlich intensiv und fast mystisch wirken lässt.
Die Coves d'Artà sind meist deutlich ruhiger als die Drachenhöhlen, dabei mit ihren riesigen Hallen mindestens so beeindruckend.
Eintrittspreise, Öffnungszeiten und praktische Infos
Die Coves d'Artà sind ganzjährig geöffnet, was sie zu einer attraktiven Option auch für Reisende in der Nebensaison macht. Die Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit: Im Sommer ist die Höhle in der Regel von etwa 10 bis 19 Uhr zugänglich, im Winter von etwa 10 bis 17 Uhr. Da sich diese Zeiten ändern können, lohnt sich eine kurze Überprüfung auf der offiziellen Website vor dem Besuch.
| Information | Details |
|---|---|
| Eintritt Erwachsene | ca. 15–16 Euro |
| Eintritt Kinder (7–12 Jahre) | ca. 7 Euro |
| Kinder unter 7 Jahren | kostenlos |
| Führungsdauer | ca. 40 Minuten |
| Führungssprachen | Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch |
| Führungsintervall | ca. alle 30 Minuten |
| Temperatur im Inneren | konstant ca. 18 °C |
| Öffnungszeiten Sommer | ca. 10–19 Uhr |
| Öffnungszeiten Winter | ca. 10–17 Uhr |
| Ganzjährig geöffnet | Ja |
Tipps zum Ticketkauf
In der Hochsaison zwischen Juni und September kann es zu Wartezeiten kommen, da die Führungen in Gruppen stattfinden und die Kapazität begrenzt ist. Wer sicher gehen möchte, informiert sich vorab über Onlinebuchungsmöglichkeiten oder plant den Besuch für die frühen Morgenstunden ein, wenn die Gruppen noch kleiner sind. Außerhalb der Hauptsaison ist ein spontaner Besuch in der Regel problemlos möglich.
Was sollte man mitbringen?
- Festes, rutschfestes Schuhwerk – der Untergrund kann feucht sein
- Eine leichte Jacke oder einen Pullover wegen der konstanten 18 Grad
- Kamera oder Smartphone für Fotos (Blitz ist meist erlaubt, Stative oft nicht)
- Ausreichend Wasser für den Aufenthalt vor und nach der Führung
- Bargeld oder Karte – Zahlungsmöglichkeiten können variieren
Anreise zu den Coves d'Artà – Auto, Bus und Boot
Die Coves d'Artà liegen im Nordosten Mallorcas, etwa 70 Kilometer von Palma entfernt. Die Anreise dauert mit dem Auto ungefähr eine Stunde, je nach Verkehrslage. Die bequemste und flexibelste Option ist eindeutig das eigene Fahrzeug oder ein Mietwagen – gerade weil die Höhle etwas abseits der großen Touristenzentren liegt und sich die Umgebung ideal für eine ausgedehnte Tagesrundfahrt eignet.
Mit dem Auto
Von Palma aus folgt man der Autobahn MA-15 in Richtung Manacor und von dort weiter über die Landstraße in Richtung Artà und Capdepera. Kurz vor Capdepera zweigt man Richtung Canyamel ab. Die Höhle liegt direkt an der Küstenstraße und ist gut ausgeschildert. Ein Parkplatz ist vorhanden, in der Hochsaison kann er jedoch voll werden – frühes Kommen zahlt sich aus.
Mit dem Bus
Wer ohne Mietwagen unterwegs ist, kann die Buslinien 411 und 472 nutzen, die die Region erschließen. Die Verbindungen sind jedoch nicht so häufig wie in städtischen Gebieten, weshalb eine genaue Planung der Abfahrtszeiten unerlässlich ist. Der nächste größere Ort mit guter Busanbindung ist Capdepera, von wo aus man weiter nach Canyamel gelangen kann.
Per Boot – die besondere Anreiseoption
Eine der romantischsten und ungewöhnlichsten Möglichkeiten, die Coves d'Artà zu erreichen, ist die Anfahrt per Boot. Vom nahegelegenen Cala Ratjada oder Sa Font de Sa Cala starten sogenannte Jungle Boats, die Besucher auf dem Seeweg direkt zur Höhle bringen. Diese Option verbindet Küstenlandschaft, Meerblick und Höhlenbesuch zu einem einzigen unvergesslichen Ausflug und ist besonders für Familien oder Paare empfehlenswert, die etwas Besonderes erleben möchten.
| Anreiseoption | Startpunkt | Fahrtzeit (ca.) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Auto / Mietwagen | Palma | ca. 1 Stunde | Flexibelste Option, Parkplatz vorhanden |
| Bus (Linie 411/472) | Capdepera / Artà | variabel | Fahrplan vorab prüfen |
| Boot (Jungle Boat) | Cala Ratjada / Sa Font de Sa Cala | ca. 20–30 Min. | Saisonabhängig, sehr empfehlenswert |
Coves d'Artà oder Coves del Drac – Welche Höhle lohnt sich mehr?
Mallorca besitzt gleich mehrere bekannte Schauhöhlen, doch der Vergleich zwischen den Coves d'Artà und den Coves del Drac bei Porto Cristo ist der meistgestellte. Beide Höhlen sind sehenswert, unterscheiden sich aber in Charakter, Atmosphäre und Besuchererlebnis erheblich voneinander.
| Merkmal | Coves d'Artà | Coves del Drac |
|---|---|---|
| Lage | Canyamel / Capdepera, Nordosten | Porto Cristo, Ostküste |
| Besucheraufkommen | Ruhiger, weniger überlaufen | Sehr stark frequentiert |
| Besonderes Highlight | Riesige Hallen, dramatische Kulisse, Küsteneingang | Lake Martel, klassisches Musikkonzert auf dem See |
| Führungsdauer | ca. 40 Minuten | ca. 1 Stunde |
| Atmosphäre | Dramatisch, wild, naturbelassen wirkend | Romantisch, theatralisch |
| Familienfreundlichkeit | Gut geeignet | Sehr gut geeignet |
| Anfahrt von Palma | ca. 1 Stunde | ca. 50 Minuten |
Die Coves del Drac sind vor allem für ihren unterirdischen See, den Lake Martel, bekannt – einen der größten unterirdischen Seen der Welt – sowie für das klassische Musikkonzert, das auf dem See stattfindet. Das ist zweifellos ein einzigartiges Erlebnis, zieht aber auch entsprechend viele Besucher an.
Die Coves d'Artà punkten hingegen mit ihrer rohen, fast archaischen Größe. Die Hallen wirken ungebändigter, die Tropfsteinformationen massiver, und die Lage direkt an der Steilküste verleiht dem Erlebnis eine zusätzliche Dimension. Wer beiden Höhlen einen Besuch abstatten möchte, kann das gut an einem einzigen Tag kombinieren, da die Fahrtzeit zwischen den beiden Orten etwa 30 bis 40 Minuten beträgt.
Empfehlung
Für Reisende, die Wert auf ein ruhigeres, intensiveres Naturerlebnis legen und imposante Dimensionen schätzen, sind die Coves d'Artà die erste Wahl. Wer das theatralische Gesamtpaket mit Musikshow auf einem unterirdischen See sucht, wird bei den Coves del Drac glücklicher. Wer Zeit hat, besucht einfach beide.
Beste Reisezeit für einen Besuch der Coves d'Artà
Da die Coves d'Artà ganzjährig geöffnet sind und das Innere der Höhle unabhängig vom Wetter draußen immer gleich temperiert ist, gibt es keinen schlechten Monat für einen Besuch. Dennoch gibt es deutliche Unterschiede im Besucheraufkommen und in der Gesamtreiseerfahrung je nach Jahreszeit.
| Monat | Besucherandrang | Wetter draußen | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Januar – Februar | Sehr gering | Kühl, teils regnerisch | Ideal für Ruhe und kurze Wartezeiten |
| März – April | Gering bis mittel | Mild, angenehm | Sehr empfehlenswert, Frühling auf Mallorca |
| Mai – Juni | Mittel bis hoch | Warm, sonnig | Gut, früh morgens besuchen |
| Juli – August | Hoch bis sehr hoch | Heiß, bis 35 °C | Höhle als Abkühlung ideal, aber Wartezeiten einplanen |
| September – Oktober | Mittel | Warm, angenehm | Sehr empfehlenswert, Nachsaison |
| November – Dezember | Gering | Mild bis kühl | Ruhig, kurze Öffnungszeiten beachten |
Die Monate Mai, Juni, September und Oktober gelten als ideale Reisezeit für Mallorca insgesamt – das gilt auch für den Besuch der Coves d'Artà. Das Wetter ist angenehm warm, die Strände und Sehenswürdigkeiten sind zugänglich, aber noch nicht von den Massen des Hochsommers überflutet. Wer im Juli oder August reist, sollte den Besuch möglichst früh am Morgen einplanen, um die größten Gruppen zu vermeiden.
Ein Besuch im Winter hat seinen ganz eigenen Reiz: Die Höhle ist dann fast menschenleer, die Führungen fühlen sich privater an, und die Kombination aus kühler Außenluft und der konstanten Höhlentemperatur ist weniger kontrastreich als im Sommer. Wer Mallorca in der ruhigen Jahreszeit erkundet, sollte die Coves d'Artà unbedingt auf die Liste setzen.
Die Umgebung – Ausflugsziele rund um Canyamel und Capdepera
Die Coves d'Artà liegen in einer der landschaftlich reizvollsten Ecken Mallorcas. Wer einen ganzen Tag einplant, kann den Höhlenbesuch mit mehreren weiteren Attraktionen der Region kombinieren und so einen abwechslungsreichen Ausflug in den Nordosten der Insel gestalten.
Torre de Canyamel
Nur wenige Kilometer von den Höhlen entfernt erhebt sich die Torre de Canyamel, ein mittelalterlicher Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert, der einst zur Verteidigung der Küste gegen Piratenangriffe diente. Das Gebäude ist gut erhalten und beherbergt heute ein kleines Museum zur Geschichte der Region. Der Turm bietet zudem einen herrlichen Blick über die Bucht von Canyamel und die umliegende Landschaft.
Strand von Canyamel
Der Strand von Canyamel ist einer der ruhigeren und gepflegteren Strände im Nordosten Mallorcas und trägt die begehrte Blaue Flagge als Zeichen für Wasserqualität und Infrastruktur. Der feine Sandstrand liegt eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln und eignet sich hervorragend für eine entspannte Pause nach dem Höhlenbesuch. Im Vergleich zu den großen Touristenstränden der Insel ist er angenehm überschaubar.
Castell de Capdepera
Das Castell de Capdepera ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burganlagen Mallorcas und thront majestätisch auf einem Hügel über dem gleichnamigen Städtchen. Die Burg aus dem 14. Jahrhundert ist begehbar und bietet von ihren Zinnen aus einen weiten Panoramablick über den Nordosten der Insel bis hin zum Meer. Der Ort Capdepera selbst ist ein authentisches mallorquinisches Städtchen mit engen Gassen, kleinen Cafés und wenig Touristenmassen.
Cala Ratjada
Der lebhafte Küstenort Cala Ratjada liegt nur wenige Kilometer nördlich von Capdepera und ist der Ausgangspunkt für die Bootstouren zu den Coves d'Artà. Hier gibt es einen aktiven Fischerhafen, mehrere schöne Buchten und Strände sowie eine gute Auswahl an Restaurants mit frischem Fisch. Cala Ratjada ist deutlich authentischer als viele andere Küstenorte Mallorcas und lohnt einen ausgedehnten Spaziergang.
- Torre de Canyamel: Mittelalterlicher Wehrturm, ca. 3 km von den Höhlen entfernt
- Strand Canyamel: Ruhiger Sandstrand mit Blauer Flagge, direkt in der Bucht
- Castell de Capdepera: Gut erhaltene Burg des 14. Jahrhunderts, ca. 8 km entfernt
- Cala Ratjada: Fischerhafen, Strände und Startpunkt für Bootstouren, ca. 10 km entfernt
- Artà: Historisches Städtchen mit Wallfahrtskirche und Talayot-Siedlung, ca. 12 km entfernt
Gastronomie und Einkehr in der Umgebung
Direkt an den Coves d'Artà gibt es in der Regel ein kleines Café oder einen Kiosk, der Getränke und einfache Snacks anbietet. Für eine ausgedehnte Mahlzeit lohnt sich jedoch der Weg in die umliegenden Orte, die eine deutlich bessere gastronomische Auswahl bieten.
Essen in Canyamel
Das kleine Küstendorf Canyamel hat sich in den vergangenen Jahren zu einer kleinen Gourmet-Adresse entwickelt. Mehrere Restaurants am Strand und in der Umgebung setzen auf regionale mallorquinische Küche mit frischen Meeresfrüchten, Fisch und traditionellen Gerichten wie Tumbet oder Frito Mallorquín. Die Preise sind hier noch moderat, und die Atmosphäre ist entspannt und familiär.
Restaurants in Capdepera und Cala Ratjada
Wer mehr Auswahl sucht, findet in Capdepera und vor allem in Cala Ratjada zahlreiche Restaurants, Tapas-Bars und Cafés. Besonders empfehlenswert sind die Lokale direkt am Hafen von Cala Ratjada, wo frisch gefangener Fisch und Meeresfrüchte auf der Karte stehen. Ein Mittagessen mit Blick auf den Fischerhafen ist ein würdiger Abschluss für einen Ausflugstag in den Nordosten Mallorcas.
Praktische Hinweise zur Verpflegung
- Wasser und Snacks für die Wartezeit vor der Führung mitnehmen
- Mittagessen in Canyamel oder Cala Ratjada einplanen – frischer Fisch vom Hafen
- In der Hochsaison empfiehlt sich eine Reservierung in beliebten Restaurants
- Lokale Spezialitäten ausprobieren: Ensaimada, Pa amb oli, Tumbet
- Supermärkte in Capdepera für Picknick-Einkäufe vorhanden
Für wen eignen sich die Coves d'Artà – Familien, Paare, Alleinreisende
Die Coves d'Artà sind ein Ausflugsziel, das sich an ein breites Publikum richtet – mit einigen Einschränkungen, die man vorab kennen sollte.
Familien mit Kindern
Für Familien mit Kindern ab etwa 5 bis 6 Jahren sind die Coves d'Artà ein hervorragendes Ausflugsziel. Die riesigen Hallen, die dramatische Beleuchtung und die Geschichte von Piraten und Schmugglern fesseln die Fantasie der Kleinen. Kinder unter 7 Jahren haben freien Eintritt, und die Führungsdauer von 40 Minuten ist auch für jüngere Besucher gut zu bewältigen. Wichtig: Die zahlreichen Treppenstufen können für sehr kleine Kinder anstrengend sein – Kinderwagen sind im Inneren nicht geeignet.
Paare und Kulturreisende
Für Paare bieten die Coves d'Artà ein romantisches und außergewöhnliches Erlebnis abseits der üblichen Strandaktivitäten. Die Kombination aus dramatischer Kulisse, historischer Tiefe und der Verbindung zu Jules Verne macht den Besuch zu einem kulturell bereichernden Erlebnis. Wer die Anreise per Boot wählt, verwandelt den Ausflug in ein kleines Abenteuer.
Ältere Reisende und Personen mit eingeschränkter Mobilität
Hier ist Vorsicht geboten: Die Route durch die Höhle beinhaltet viele Treppenstufen und unebene Abschnitte. Für Personen mit Gehbehinderungen, Knieproblemen oder eingeschränkter Mobilität kann der Rundgang beschwerlich sein. Ein Rollstuhl ist im Inneren nicht einsetzbar. Wer unsicher ist, sollte vorab beim Betreiber nachfragen, welche Abschnitte zugänglich sind.
Naturbegeisterte und Fotografen
Für alle, die sich für Geologie, Naturphänomene oder Untergrundfotografie interessieren, sind die Coves d'Artà ein Paradies. Die Formationen sind von außergewöhnlicher Schönheit, und das Zusammenspiel aus natürlichem Licht am Eingang und der künstlichen Beleuchtung im Inneren bietet faszinierende Fotomotive. Ein Smartphone mit gutem Nachtmodus oder eine Kamera mit hoher ISO-Empfindlichkeit liefert die besten Ergebnisse.
Häufige Fehler beim Besuch – Was man besser vermeiden sollte
Auch wenn ein Besuch der Coves d'Artà unkompliziert ist, gibt es einige typische Fehler, die das Erlebnis trüben können. Wer diese kennt, ist gut vorbereitet.
- Zu spät ankommen in der Hochsaison: Wer erst nachmittags anreist, riskiert volle Führungsgruppen und lange Wartezeiten. Frühes Kommen – idealerweise zur Öffnung – zahlt sich aus.
- Keine Jacke mitnehmen: Die konstanten 18 Grad im Inneren klingen nach angenehmer Kühle, können aber nach 40 Minuten in feuchter Luft unangenehm kalt wirken. Ein leichtes Kleidungsstück gehört ins Gepäck.
- Falsches Schuhwerk: Sandalen oder Flip-Flops sind auf den feuchten, teils unebenen Wegen im Inneren keine gute Idee. Feste Schuhe mit gutem Grip sind Pflicht.
- Keine Verpflegung einplanen: Direkt an der Höhle gibt es wenig Gastronomie. Wer einen langen Ausflugstag plant, sollte Wasser und Snacks dabei haben oder die umliegenden Orte für Mahlzeiten einplanen.
- Öffnungszeiten nicht prüfen: Besonders in der Nebensaison können sich die Zeiten kurzfristig ändern. Ein kurzer Blick auf die aktuelle Website vor der Anreise spart Enttäuschungen.
- Den Weg zur Höhle unterschätzen: Der Eingang liegt hoch über dem Meer und erfordert einen kurzen, aber steilen Aufstieg. Wer körperliche Einschränkungen hat, sollte das einkalkulieren.
- Nur die Höhle besuchen: Die Umgebung mit Torre de Canyamel, dem Strand und dem Castell de Capdepera ist zu schön, um sie zu ignorieren. Ein ganzer Tag lässt sich hier mühelos füllen.
Praktische Zusammenfassung – Alle wichtigen Infos auf einen Blick
Für alle, die ihren Besuch der Coves d'Artà möglichst effizient planen möchten, hier die wichtigsten Punkte noch einmal gebündelt.
| Aspekt | Information |
|---|---|
| Lage | Bei Canyamel, Gemeinde Capdepera, Nordosten Mallorcas |
| Entfernung von Palma | ca. 70 km, ca. 1 Stunde Fahrzeit |
| Eintritt Erwachsene | ca. 15–16 Euro |
| Eintritt Kinder 7–12 | ca. 7 Euro |
| Kinder unter 7 | kostenlos |
| Führungsdauer | ca. 40 Minuten |
| Führungsintervall | ca. alle 30 Minuten |
| Sprachen | Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch |
| Temperatur innen | konstant ca. 18 °C |
| Ganzjährig geöffnet | Ja |
| Öffnungszeiten Sommer | ca. 10–19 Uhr |
| Öffnungszeiten Winter | ca. 10–17 Uhr |
| Anreise empfohlen | Mietwagen oder Boot ab Cala Ratjada |
| Barrierefreiheit | Eingeschränkt – viele Treppenstufen |
| Beste Reisezeit | Mai, Juni, September, Oktober |
Die Coves d'Artà sind eine der wenigen Sehenswürdigkeiten Mallorcas, die sowohl Naturliebhaber als auch Kulturinteressierte, Familien und Abenteuerlustige gleichzeitig begeistern. Der Besuch lässt sich hervorragend mit einem Ausflug in die nordöstliche Küstenregion kombinieren und bietet ein Erlebnis, das lange in Erinnerung bleibt – weit weg vom typischen Mallorca-Klischee.
Häufige Fragen
Was sind die Coves d'Artà auf Mallorca? +
Die Coves d'Artà sind ein beeindruckendes Tropfsteinhöhlensystem im Nordosten Mallorcas, das in einer Steilküste über der Bucht von Canyamel liegt. Die Höhlen gehören zu den größten und spektakulärsten ihrer Art auf der Insel und beherbergen riesige unterirdische Säle mit gewaltigen Tropfsteinformationen. Besonders bekannt ist der etwa 22 Meter hohe Stalagmit im Königinnensaal sowie der dramatisch beleuchtete Saal Infierno.
Wie lange dauert eine Führung durch die Coves d'Artà? +
Eine geführte Tour durch die Coves d'Artà dauert in der Regel etwa 40 Minuten. Die Führungen finden in Gruppen statt und starten etwa alle 30 Minuten. Guides sind in mehreren Sprachen verfügbar, darunter Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch. Zusätzlich sollte man Zeit für Anreise, eventuelle Wartezeiten und den Aufstieg zum Eingang einplanen.
Was kostet der Eintritt zu den Coves d'Artà? +
Der Eintrittspreis für Erwachsene liegt bei etwa 15 bis 16 Euro. Kinder zwischen 7 und 12 Jahren zahlen in der Regel rund 7 Euro, Kinder unter 7 Jahren haben freien Eintritt. Da sich Preise ändern können, empfiehlt sich eine kurze Überprüfung auf der offiziellen Website vor dem Besuch, besonders wenn man mit einer größeren Gruppe oder Familie anreist.
Wie warm ist es in den Coves d'Artà? +
Im Inneren der Höhle herrscht das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von etwa 18 Grad Celsius. Das ist im Sommer angenehm kühl und erfrischend, kann aber bei längerer Verweildauer etwas kalt wirken. Eine leichte Jacke oder ein dünner Pullover im Gepäck ist daher empfehlenswert – besonders für Kinder und kälteempfindliche Personen.
Wie kommt man zu den Coves d'Artà? +
Am bequemsten ist die Anreise mit dem Mietwagen über die Autobahn MA-15 Richtung Manacor und dann weiter über Artà nach Canyamel – die Fahrtzeit ab Palma beträgt etwa eine Stunde. Alternativ verkehren die Buslinien 411 und 472 in die Region, jedoch mit eingeschränktem Fahrplan. Eine besonders reizvolle Option ist die Anfahrt per Boot ab Cala Ratjada oder Sa Font de Sa Cala.
Sind die Coves d'Artà familienfreundlich? +
Ja, die Coves d'Artà sind grundsätzlich gut für Familien mit Kindern geeignet. Kinder unter 7 Jahren haben freien Eintritt, und die 40-minütige Führung ist auch für Jüngere gut zu bewältigen. Allerdings gibt es viele Treppenstufen und unebene Wege, weshalb Kinderwagen nicht geeignet sind. Festes Schuhwerk für alle Familienmitglieder ist wichtig.
Was ist der Unterschied zwischen den Coves d'Artà und den Coves del Drac? +
Beide Höhlen sind sehenswert, aber unterschiedlich. Die Coves d'Artà beeindrucken durch ihre riesigen, dramatischen Hallen und die spektakuläre Küstenlage – sie sind ruhiger und weniger überlaufen. Die Coves del Drac bei Porto Cristo sind bekannt für den unterirdischen Lake Martel und ein klassisches Musikkonzert auf dem See, ziehen aber deutlich mehr Besucher an. Wer Zeit hat, besucht idealerweise beide.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Coves d'Artà? +
Die Coves d'Artà sind ganzjährig geöffnet und wegen des gleichbleibenden Innenklimas zu jeder Jahreszeit besuchbar. Die besten Monate sind Mai, Juni, September und Oktober: Das Wetter draußen ist angenehm, das Besucheraufkommen moderat und die Umgebung besonders reizvoll. Im Hochsommer empfiehlt sich ein früher Besuch am Morgen, um Wartezeiten zu vermeiden.